ISLANDA

Devo andare in Islanda

Sei forse tu?

A passi minuti s’affretta

la nostalgia dell’erba

che mi solleva appena

sul livello del mare

del sole

e non mi bagno

e non mi scotto

Tu mondo parallelo e forte

Foto di: Alessandra Brisotto Agosto 2014

“Venezia” Foto di:
Alessandra Brisotto
Agosto 2014

 

 

ISLAND

Ich muss nach Island

Vielleicht bist Du das?

Mit winzigen Schritten

beeilt sich

die Sehnsucht nach Gras

die mich lüftet

auf dem Meeresspiegel

auf der Sonne

und ich werde nicht nass

und ich verbrenne mich nicht

Du parallele starke Welt


Das letzte Zimmer am Ende des Ganges

Alessandra Brisotto, Acrilico su tela  2014

Alessandra Brisotto, Acrilico su tela 2014

 

[...] »Hast du das Waschmittel ausprobiert, das ich dir empfohlen habe?«, Bianca versucht die Kontrolle zu behalten.
»Sicher, wunderbar, danke.«
Es fällt ihr leichter über ein Waschmittel zu reden, ein violettes Flüssigwaschmittel, mit intensivem Duft, der sich ins Gehirn schleicht, ein Waschmittel, das man anfassen kann, gefüllt in eine Art violetten Plastikkrug, den man mit den Händen berühren, mit der Nase riechen und mit den eigenen Augen sehen kann. Echt.
Echt.
Echt bedeutet, mit Feldblumenduft, Lavendel, Kokos oder Meeresbrise.
Meeresbrise.
Meer.
Früh am Morgen bei Sonnenaufgang, wenn die Augen noch müde sind, die surreale Atmosphäre, die geschlossenen Sonnenschirme und der kompakte Sand unberührt. Die Ebbe auf der Strandlinie, harmlos und diskret. Die Abwesenheit der Menge. Die Abwesenheit der schreienden Stimmen, der Düfte, die von den Sonnencremes ausgehen, der Lärm von weit entfernten Flugzeugen, hinten am Himmel, mit den Werbebannern und dem nahem Röhren der Motoren, bis sie fast den Sand berühren.
Die Abwesenheit.
Die absolute Abwesenheit erzielt schüchtern das Aroma, den unsagbaren Schauer der Meeresbrise, die Palette lauer Salze, Wolken und Sonne, in die sich die Erinnerungen mengen, die Hoffnungen, An- und Abwesenheit der gedankenverlorenen Personen, bei Sonnenaufgang, beim Spaziergang.
Das ist die Meeresbrise.
Wer noch nie am Meer war, denkt, sie sei wie ein Waschmittel.
Und wer schon einmal dort war, warum sollte er denken wollen, dass dies der Duft des Meeres sei?
»Roberto, seit wann warst du nicht mehr am Meer?«
»Zwei Wochen. Warum fragst du?«
»Ich dachte es wäre länger… Wegen des Waschmittels…«
»Wie?«  [...]

 

Alessandra Brisotto (Das letzte Zimmer am Ende des Ganges)
Aus dem Italienischen von Rosalie Hampp
VoG e.K.München


RUOLI

Acrilico su tela di Alessandra Brisotto

Acrilico su tela di Alessandra Brisotto


La fessura è un secondo
La tapparella un gigante

Il suo singhiozzo ricompone le case
le fa danzare agli occhi del buio

ROLLEN

Eine Sekunde ist die Ritze
Der Rolladen ein Riese

Wieder stellt sein Schluckauf die Häuser zusammen
sie lässt er tanzen
vor den Augen der Dunkelheit


AMANDO

Acrilico su tela di Alessandra Brisotto

Acrilico su tela di Alessandra Brisotto

Sotto la terra

l’acqua divenne

luce e grazia

di un’idea

LIEBEND

Unter dem Boden
wurde das Wasser
Licht und Gnade
einer Idee


INCONTRO

Ma ora guardami la fronte

piovono case coperte di semi

la voce cade dai sogni inespressi

Sorge dal sole il tramonto
come una nave

sul lato aperto
della mano
ritta sul colle
naviga lenta
portando l’acqua nei boschi

Sono la valle qui sotto
mare di rose potate e coralli

Non ti dimentichi di me
e ti sorprendi dentro
goccia di gocce e di foglie

La valle attende le tue cadenze
con le sue braccia di femmina e terra

l’erba si smembra gridando
al mondo intero
la tua presenza

 

2014-07-23 22.55.28-1


Il volo di Roma

2014-03-05 14.09.01

 

Il volo di Roma (Alessandra Brisotto)
3 marzo
Quando le persone la guardano è la luna, i fili d’erba, una traccia di vento. A tratti.
Quando le persone non la guardano non è né lumaca né donna. È la tazza di caffè sul tavolino senza di lei, il cellulare gonfio di sms, i fiori freschi e lilla ed una chiave d’oro con un pon pon a frange verdi.
È un’atmosfera strana, gialla e verde.

Dove si trova adesso?
[...]

Continua…qui:  http://www.lestroverso.it/?p=6818

http://it.calameo.com/read/002014020bd198a6f5d6e

 

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“e_und”

e-und Alessandra Brisotto e_und Isabel Bederna

 

 

 


http://www.bayernkurier.de/zeitung/artikel/ansicht/12980-ygeschriebenes-lebeny.html

Interview Bayernkurier, 10.05.2014

“Geschriebenes Leben” 
Gedichtband: “e_und”

Alessandra Brisotto – autor und Isabel Bederna

"e_und" Gedichtband In italiano e tedesco

“e_und”
Gedichtband
In italiano e tedesco

http://www.bayernkurier.de/zeitung/artikel/ansicht/12980-ygeschriebenes-lebeny.html

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VICOLO

Finestre aperte dentro il mio viso

e gli occhi chiusi nelle pareti.

Non so da dove penda uno squillo

un colpo di tosse

la stagione sospesa

sopra i miei tetti

cresce

Vagisce un bimbo

che si dilata

forse ero io

molti anni fa

oppure adesso

tutto il palazzo si è dilatato

il volto

GASSE

Offene Fenster in meinem Gesicht

geschlossene Augen in den Wänden.

Ich weiß nicht, woran ein Klingelzeichen hängt

ein Hustenanfall

die schwebende Jahreszeit

wächst

auf meinen Dächern

Ein kind wimmert,

das sich ausbreitet

vielleicht war ich es

vor vielen Jahren

oder jetzt

der ganze Palast hat sich ausgedehnt

das Antlitz


DIVERSAMENTE

Dovendo vivere diversamente
sarei un ponte di foglie aguzze
oppure un monte di pietà sdentato

mare alle spalle di una carovana

una carezza sulla lava incandescente

ANDERS

Wenn ich anders leben würde,
würde ich eine Brücke aus zugespitzten Blättern sein
ein zahnloses Leihhaus
Meer im Rücken der Karawane

ein Streicheln auf glühender Lava

 

Acrilico su tela di Alessandra Brisotto


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